BI Maintenance
Ziel und Überblick
Die hier bereitgestellten Skripte ermöglichen es, in der BI-Umgebung von HISinOne und in Zukunft auch von SuperX (aktuell können die Scripte in SuperX leider noch nicht verwendet werden) Modul-Updates und -Upgrades zuverlässig über die Shell auszuführen – automatisiert per Cronjob oder manuell. Sie orientieren sich bewusst am bisherigen Vorgehen aus SuperX, wurden jedoch erweitert:
- Ausführung der BI-Modul-Updates/-Upgrades über Java (ComponentAdminCLI).
- Vollständige Protokollierung in Logdateien.
- Optional: Protokollierung der Läufe in der Tabelle
update_prot. - Automatischer Mailversand über ein konfigurierbares Mailprogramm.
- Optional: Erkennen interner Fehler im Batch-Job (auch wenn Java Exitcode 0 liefert).
- Möglichkeit, Logdateien automatisch an Mails anzuhängen (erfolgreiche und fehlerhafte Module).
Installation aus dem git Repository
Führen Sie folgenden Shell-Befehl aus:
git clone https://git.campussource.de/git/SuperX/BI_Maintenance.git
Die weitere Konfiguration wird im Folgenden beschrieben. Alle Einstellungen erfolgen zentral in der Datei BI_ENV, die als Template BI_ENV.sam ausgeliefert wird.
Umgebungsvariablen in der BI_ENV
BI_ENV.sam – Template und lokale BI_ENV
Die Datei BI_ENV.sam wird als Muster ausgeliefert.
Sie muss vor Ort:
- in
BI_ENVkopiert/umbenannt werden:
cp BI_ENV.sam BI_ENV
- an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden (Pfade, Module, Mailadressen usw.).
- mit restriktiven Rechten versehen werden:
chmod 600 BI_ENV
Skripte binden diese Datei später mit
. /pfad/zu/BI_ENV
ein.
Bedeutung der Variablen
Im Folgenden die wichtigsten Variablen, die angepasst werden müssen.
Java-Konfiguration
JAVA_HOME=/usr/lib/jvm/java-17-openjdk-amd64
export JAVA_HOME
JRE_HOME=$JAVA_HOME
export JRE_HOME
PATH=$JAVA_HOME/bin:$PATH
export PATH
Diese Variablen stellen sicher, dass die BI-Jobs mit dem vorgesehenen Java (empfohlen: Java 17) ausgeführt werden.
Java-Optionen:
JAVA_OPTS="-Xmx1520M -Djava.awt.headless=true ... --add-opens ..."
export JAVA_OPTS
Pfade zur SuperX-BI-Installation
WEBAPP=/var/lib/tomcat10/webapps/superx
export WEBAPP
SUPERX_DIR=$WEBAPP/WEB-INF/conf/edustore
export SUPERX_DIR
Diese Pfade müssen an lokale Tomcat-Installation und SuperX-Verzeichnisstruktur angepasst werden.
Modulsteuerung
Für die Update- und Upgrade-Skripte werden die zu bearbeitenden Module festgelegt:
export BI_UPDATE_MODULES="sos kenn zul"
export BI_UPGRADE_MODULES="kenn"
Hinweis:
Die Modulkürzel müssen klein geschrieben sein (z. B. sos, kenn, zul) und mit Leerzeichen getrennt aufgelistet werden.
Logging
LOGPFAD=$WEBAPP/WEB-INF/logs
export LOGPFAD
Im Logpfad werden u. a. folgende Dateien erzeugt:
bi_update.log– Sammellog des Updatesbi_upgrade.log– Sammellog des Upgrades<modul>_update.log<modul>_upgrade.log
Java-Batch-Jobs erzeugen ergänzende Logs in:
$WEBAPP/WEB-INF/logs/jobs
Mailversand
Folgende Variablen steuern Empfänger und Format der Benachrichtigungen:
export ERRORMAIL="admin@hs.de"
export LOGMAIL="$ERRORMAIL"
#export LOGMAIL="admin@hs.de kollege@hs.de" # mehrere Empfänger möglich
ERRORMAIL– Empfänger für FehlermailsLOGMAIL– Empfänger für Erfolgs- und Statusmails
Mehrere Adressen werden per Leerzeichen getrennt.
Mailprogramm:
export MAILPROG="s-nail --account=test1 -S ttycharset=utf-8 -S sendcharset=utf-8"
Betreffzeilen:
export MAIL_BETREFF_UPDATE="BI Job Update"
export MAIL_BETREFF_UPGRADE="BI Job Upgrade"
export MAIL_BETREFF_SUFFIX_ERFOLGREICH=" - Erfolgreich"
export MAIL_BETREFF_SUFFIX_FEHLER=" - Fehler"
So könnten die Mails aussehen.
Steuerung der Log-Anhänge
# error = Logs nur bei Fehlern anhängen
# always = Logs immer anhängen (Erfolg + Fehler)
export MAIL_ATTACH_LOGS_MODE="error"
Optionale Prüfung der Modul-Logs
# true = zusätzlich Modul-Log auf interne Fehler prüfen
# false = nur Exitcode des Java-Calls verwenden
export CHECK_JOBLOG_FOR_ERRORS="true"
Gerade bei dem Java Aufruf von ComponentAdminCLI empfehlenswert, da dieser aktuell noch trotz status: FAILED oft Exitcode 0 liefert.
Module Updates
modules_update.sh – Hauptskript
Dieses Skript führt alle Module aus BI_UPDATE_MODULES nacheinander aus.
Ablauf:
- Startcheck: Sind
WEBAPP,LOGPFADundBI_UPDATE_MODULESgesetzt? - Falls verfügbar: DB-Protokollierung via
DOQUERY. - Für jedes Modul:
- Logdatei anlegen
- Start in
update_protprotokollieren (update_id = -10000) - Java-Update starten:
ComponentAdminCLI -e <modul>
- Optional: Modul-Logdatei nach internen Fehlern durchsuchen
- Erfolg:
- Modul-Log in
SUCCESS_LOG_FILES - DB-Update (update_id = -10000)
- Modul-Log in
- Fehler:
- Modul-Log in
ERROR_LOG_FILES - DB-Update (update_id = -10001)
- Modul-Log in
- Zuletzt: Java-Joblogs aus
$WEBAPP/WEB-INF/logs/jobsermitteln
- Nach Abschluss aller Module:
- Erfolgs- oder Fehlermail versenden
- Anhänge abhängig von
MAIL_ATTACH_LOGS_MODE
modules_update_cron.sh – Wrapper für Cron
Damit Updates regelmäßig durchgeführt werden können, existiert ein einfaches Wrapper-Skript.
Vorgehen:
- Beispieldatei kopieren:
cp modules_update_cron.sh.sam modules_update_cron.sh
chmod +x modules_update_cron.sh
- Pfade zur
BI_ENVund zum Update-Skript anpassen. - Cronjob eintragen, z. B. werktags um 18 Uhr:
0 18 * * 1-5 /pfad/zu/modules_update_cron.sh
Inhaltlich:
- Laden der
BI_ENV - Start des Skripts
modules_update.sh
Module Upgrades
modules_upgrade.sh – Hauptskript
Das Upgrade-Skript entspricht dem Update-Skript, unterscheidet sich aber in folgenden Punkten:
- Es wird **manuell** ausgeführt – kein Cronjob vorgesehen.
- Es verwendet
BI_UPGRADE_MODULES. - Das eigentliche Upgrade erfolgt über:
ComponentAdminCLI -u <modul>
- Nach Abschluss des Upgrades erfolgt ein Mailversand analog zum Update-Skript.
Aufruf:
cd /var/lib/tomcat10/webapps/superx/WEB-INF/bin/BI-Maintenance/update
./modules_upgrade.sh
Vorher muss zu Beginn des Skripts der Pfad zur BI_ENV eingetragen sein:
. /pfad/zur/BI_ENV
Modulverwaltung
Modulkürzel
Die folgenden Modulkürzel sind in einer typischen BI-Installation relevant:
kuerzel | name
---------+-------------------------------------------------------
astat | Amtliche Statistik
bau | Gebäude, Räume, Flächen
cob | Kostenrechnung
erfolg | Studienverlauf
fin | Finanzrechnung
gang | Studiengänge
ivs | Inventar
kenn | Kennzahlen
kern | Administration
lm | Leistungsmonitoring
man | Management
prom | Promovierende
res | Forschung
sos | Studierende, Prüfungen
sva | Personal, Stellen
zul | Bewerbung, Zulassung
Die aktiven Module der eigenen Installation können mit folgendem SQL abgefragt werden:
SELECT V.his_system AS kuerzel,
S.name
FROM db_version V
JOIN systeminfo S
ON S.tid = V.systeminfo_id
ORDER BY 1;
Migration auf die Webapp-Struktur
Das bereitgestellte Migrationsskript ermöglicht die Umstellung einer bestehenden SuperX-Installation auf die empfohlene Webapp-Struktur.
Dabei können sowohl klassische Installationen mit separatem DB-Verzeichnis als auch bestehende Webapp-Installationen migriert werden. Die Migration kann je nach Anwendungsfall vollständig oder ausschließlich für das DB-Verzeichnis durchgeführt werden. Hier eine Anleitung "in short", wenn Sie bisher das "klasssische" Layout genutzt haben (also Unix Benutzer "superx", Installation in "/home/superx").
git clone https://git.campussource.de/git/SuperX/BI_Maintenance.git #Script ausführen und neues ENV laden: cd BI_Maintenance/webapps_migration ./migrate_superx_webapp.sh
Das Skript liest die bestehende Installation anhand der vorhandenen SQL_ENV-Datei ein und erzeugt daraus die gewünschte Zielstruktur. Details können in der Konfigurationsdatei
migrate_superx.conf
konfiguriert, siehe folgende Dokumentation.
Zielstruktur
Die Webapp wird standardmäßig nicht direkt im Tomcat-Webapp-Verzeichnis abgelegt, sondern unter:
/home/superx/webapps/superx
Dadurch bleibt die Installation unabhängig von der verwendeten Tomcat-Distribution und kann einfacher per Git, rsync oder Modulupdate gepflegt werden.
Die zugehörige DB-Struktur befindet sich anschließend unter:
/home/superx/webapps/superx/WEB-INF/conf/edustore/db
Tomcat-Anbindung
Für den Zugriff des Tomcat-Servers auf die Webapp gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
- Verwendung eines symbolischen Links vom Tomcat-Webapp-Verzeichnis auf die eigentliche Webapp.
- Anpassung der Tomcat-Konfiguration (z. B. appBase oder Context-Konfiguration).
Empfohlen wird die Verwendung eines symbolischen Links.
Beispiel:
/srv/tomcat/webapps/superx
-> /home/superx/webapps/superx
Wichtige Variablen
Die wichtigsten Einstellungen erfolgen in der Datei:
migrate_superx.conf
TARGET_WEBAPP
Definiert das Zielverzeichnis der Webapp.
Beispiel:
TARGET_WEBAPP="/home/superx/webapps/superx"
WEBAPP_USER
Definiert den Besitzer der Ziel-Webapp.
Beispiel:
WEBAPP_USER="superx"
WEBAPP_GROUP
Definiert die Gruppe der Ziel-Webapp.
Beispiel:
WEBAPP_GROUP="tomcat"
Ergebnis:
Owner: superx
Group: tomcat
MIGRATION_MODE
Steuert die Art der Migration.
Vollständige Migration:
MIGRATION_MODE="full"
Nur Migration des DB-Verzeichnisses:
MIGRATION_MODE="db_only"
Migration des DB-Verzeichnisses
Das DB-Verzeichnis kann entweder kopiert oder verschoben werden.
DB_TRANSFER_MODE=copy
Das bestehende DB-Verzeichnis bleibt erhalten.
DB_TRANSFER_MODE="copy"
Intern wird hierfür rsync verwendet.
DB_TRANSFER_MODE=move
Das DB-Verzeichnis wird verschoben.
DB_TRANSFER_MODE="move"
Intern wird hierfür mv verwendet.
Dies kann insbesondere bei großen Installationen sinnvoll sein, um unnötigen zusätzlichen Speicherbedarf zu vermeiden.
Automatische Anpassung der SQL_ENV
Nach der Migration kann die SQL_ENV-Datei automatisch angepasst werden.
Dabei werden insbesondere folgende Variablen aktualisiert:
SUPERX_DIR
WEBAPP
Zusätzlich wird sichergestellt, dass folgende Einstellung vorhanden ist:
umask 002
Vor der Änderung wird automatisch eine Sicherungskopie der SQL_ENV-Datei angelegt.
Benutzer und Gruppen
Die folgenden Variablen steuern, welchem Benutzer und welcher Gruppe die Ziel-Webapp nach der Migration zugeordnet wird.
WEBAPP_USER
Definiert den Besitzer der Ziel-Webapp.
Beispiel:
WEBAPP_USER="superx"
Alle Dateien und Verzeichnisse der Ziel-Webapp werden diesem Benutzer zugeordnet, sofern die Rechteverwaltung aktiviert ist.
WEBAPP_GROUP
Definiert die Gruppe der Ziel-Webapp.
Beispiel:
WEBAPP_GROUP="tomcat"
Die Gruppe wird für alle Dateien und Verzeichnisse der Ziel-Webapp verwendet.
Durch das gesetzte setgid-Bit auf den Verzeichnissen erben neu angelegte Dateien und Unterverzeichnisse automatisch diese Gruppe.
Automatische Rechtebehandlung
Die Migration kann sowohl als root als auch – unter bestimmten Voraussetzungen – direkt als Anwendungsbenutzer ausgeführt werden.
SET_OWNER=auto
Dies ist die empfohlene Standardeinstellung.
SET_OWNER="auto"
Das Skript entscheidet abhängig vom aktuellen Benutzer automatisch, ob ein Besitzerwechsel erforderlich ist.
Ausführung als root
Wird das Skript als root ausgeführt, werden Besitzer und Gruppe der Ziel-Webapp auf die konfigurierten Werte gesetzt.
chown -R $WEBAPP_USER:$WEBAPP_GROUP ...
Zusätzlich wird auch das übergeordnete Verzeichnis der Webapp (z. B. /home/superx/webapps) auf die gleichen Besitz- und Gruppenrechte gesetzt.
Ausführung als WEBAPP_USER
Wird das Skript direkt als der konfigurierte WEBAPP_USER ausgeführt und ist dieser Benutzer Mitglied der konfigurierten WEBAPP_GROUP, wird kein chown ausgeführt.
Stattdessen verwendet das Skript bei Bedarf ein chgrp, um die Gruppenzugehörigkeit der Dateien anzupassen.
In diesem Fall kann die Migration häufig vollständig ohne root-Rechte durchgeführt werden.
Ausführung als anderer Benutzer
Wird das Skript weder als root noch als WEBAPP_USER mit passender Gruppenmitgliedschaft ausgeführt, bricht das Skript mit einer entsprechenden Fehlermeldung ab.
ADD_WEBAPP_USER_TO_GROUP
Optional kann das Skript die Gruppenmitgliedschaft des Zielbenutzers automatisch anpassen.
ADD_WEBAPP_USER_TO_GROUP="true"
Hierfür sind root-Rechte erforderlich.
Tomcat-Symlink
Optional kann das Skript den Symlink für den Tomcat automatisch erzeugen.
CREATE_TOMCAT_SYMLINK
CREATE_TOMCAT_SYMLINK="true"
TOMCAT_WEBAPPS_DIR
TOMCAT_WEBAPPS_DIR="/srv/tomcat/webapps"
TOMCAT_CONTEXT_NAME
TOMCAT_CONTEXT_NAME="superx"
REPLACE_EXISTING_SYMLINK
Bestehende Symlinks können bei Bedarf automatisch ersetzt werden.
REPLACE_EXISTING_SYMLINK="true"
Normale Dateien oder Verzeichnisse werden dabei niemals automatisch gelöscht.
Sicherheitsprüfungen
Vor Beginn der Migration werden verschiedene Sicherheitsprüfungen durchgeführt.
Unter anderem wird geprüft:
- Existiert die SQL_ENV-Datei?
- Existiert der konfigurierte Benutzer?
- Existiert die konfigurierte Gruppe?
- Sind Quell- und Zielverzeichnis identisch?
- Würde eine Verzeichnisverschachtelung entstehen?
- Befindet sich SUPERX_DIR bereits innerhalb von WEBAPP?
Wird erkannt, dass die Installation bereits der neuen Struktur entspricht, bricht das Skript standardmäßig ab.
FORCE_ALREADY_MIGRATED
In Ausnahmefällen kann diese Prüfung übersteuert werden.
FORCE_ALREADY_MIGRATED="true"
Dies sollte nur verwendet werden, wenn die Auswirkungen bekannt sind.
Typischer Ablauf
- Laden der migrate_superx.conf
- Laden der bestehenden SQL_ENV
- Ermitteln von SUPERX_DIR, WEBAPP und DB-Verzeichnis
- Sicherheitsprüfungen
- Optionales Stoppen des Tomcat-Dienstes
- Kopieren der Webapp
- Kopieren oder Verschieben des DB-Verzeichnisses
- Anpassen der SQL_ENV
- Setzen von Besitzern, Gruppen und Rechten
- Optionales Erzeugen des Tomcat-Symlinks
- Optionales Starten des Tomcat-Dienstes
Empfohlene Standardkonfiguration
TARGET_WEBAPP="/home/superx/webapps/superx"
WEBAPP_USER="superx"
WEBAPP_GROUP="tomcat"
MIGRATION_MODE="full"
DB_TRANSFER_MODE="copy"
SET_OWNER="auto"
SET_RIGHTS="true"
SET_CHMOD="true"
CREATE_TOMCAT_SYMLINK="true"
Hinweise
- Standardziel ist /home/superx/webapps/superx.
- Die Tomcat-Anbindung kann über einen Symlink erfolgen.
- Bei WEBAPP_USER=superx und WEBAPP_GROUP=tomcat kann die Migration häufig ohne root erfolgen, sofern der Benutzer Mitglied der Gruppe tomcat ist.
- Root wird nur benötigt, wenn Besitzer geändert, Benutzer oder Gruppen angepasst oder Systemkonfigurationen verändert werden müssen.
