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von Thomas Lipke

Moduldokumentation Studienverlauf

Erläuterungen Bereich Studienverlauf

Die Komponente Studienerfolg ist eine Erweiterung des Data Warehouse für Hochschulen. Es stellt Daten aus der Komponente Studierende, Prüfungen speziell für Auswertungen im Bereich der Studienverlaufsbetrachtung zur Verfügung. Konkret können Studienerfolgsquoten auf der Grundlage von Ausgangs-"Kohorten" (d. h. Studienanfänger zu einem bestimmten Zeitpunkt) und deren Entwicklung zu einem späteren Zeitpunkt berechnet werden.

Es werden zwei Studienerfolgs-Berechnungsmodelle bereitgestellt, die Erfolgsquoten unter Berücksichtigung von Studienanfängern, die sich zu einem späteren Zeitpunkt für ein Fach entschließen ("Zuwanderer"), berechnen. Die Berechnungsmodelle beruhen auf einer Studie von Heublein, Sommer & Weitz (2003) und wurden hier praktisch mit Hilfe des Infosystems und der Komponente Studierende, Prüfungen umgesetzt.

Darüber hinaus geben Auswertungen über Exmatrikulationen, Einschreibungen und Prüfungen Aufschluss über den Studienverlauf eines Fachs. Es kann dabei eingeschränkt werden auf Studierende eines Faches bzw. einer Fächergruppe, einer bestimmten Nationalität oder Hochschulzugangsberechtigung (z. B. zur Ermittlung der sog. "Bildungsinländer"), Geschlecht, Studienabschluss und Studienform.

Die Komponente Studienerfolg arbeitet auf Fach- oder Abschlussebene, d. h. auch der Wechsel / Abschluss / die Exmatrikulation innerhalb eines Faches/Abschlusses wird betrachtet.

Insbesondere akzentuiert die Komponente in vorgefertigten Berichten auch den Studienverlauf von sog. "Zuwanderern", d. h. von Studierenden, die nach der Immatrikulation das Fach wechseln und den Abschluss in dem neuen Fach absolvieren - Studierende, die nach klassischer "Studienverlaufsbetrachtung" gar nicht gezählt würden.

Berichtsvergleich 'Studienverlaufsanalyse (Kohortenbetrachtung)' und 'Studienbeginner und Absolventen im Verhältnis (Kohortenvergleich)'

Ein Vergleich der Ergebnistabellen in der Studienverlaufsanalyse und in Studienbeginner und Absolventen im Verhältnis (Kohortenvergleich) ist interessant. Theoretisch müsste ein ähnlicher Wert für die Schwundbilanz auftauchen. Dies muss aber nicht so sein, denn der Bericht Studienbeginner und Absolventen im Verhältnis (Kohortenvergleich) ist eine Querschnittsmethode, und die Kohortenbetrachtungen in den Abfragen Studienverlaufsanalyse (Kohortenbetrachtung) mit Exmatrikulationsgründen und Studienverlaufsanalyse (Kohortenbetrachtung) sind Längsschnitt-Betrachtungen, d. h. die Entwicklung des Studienverlaufs wird fallbezogen erhoben.

Wenn bei der Querschnittmethode zufällig eine hohe Zahl an Absolventen einer niedrigen Einschreiberquote vor X Semester gegenübersteht (z. B. wegen Studiengebühren o.ä.), dann sinkt die Schwundbilanz über Gebühr. Dies verdeutlicht eine große Fehlerquelle im Berechnungsmodus der Querschnittmethode: Bei Studiengängen mit stark schwankenden Einschreibungen und Studiendauern erhält man einen vollkommen anderen Eindruck als bei der Studienverlaufsbetrachtung. Die Studienverlaufsbetrachtung ist auf jeden Fall exakter, da sie immer Studienanfänger-"Kohorten" und deren Studienverlauf zugrunde legt. Dies haben die Autoren Heublein, Sommer & Weitz (2003) in ihrer Studie ebenfalls betont:

"Die Studienverlaufsbetrachtung zeichnet die genaue Entwicklung des Studienverlaufs nach, die Zahl der Fälle oder Schwankungen in den Studienzeiten haben keinerlei Auswirkung auf die Berechnungen." (S.25)

Gleichzeitig betonen die Autoren, dass die Studienverlaufsbetrachtung methodisch aufwändiger und nur bei hoher Datenqualität nutzbar ist.

Vielleicht könnte man das "Ausreißer"-Problem beim Kohortenvergleich abschwächen, wenn man zur Ermittlung der durchschnittlichen Studiendauer statt des arithmetischen Mittels den Median als Wert nimmt. Der Median ist statistischen Extremwerten gegenüber wesentlich unempfindlicher als das arithmetische Mittel.

Quellenangabe
Heublein, U., Sommer, D. & Weitz, B.(2003). Studienverlauf im Ausländerstudium. Eine Untersuchung an vier ausgewählten Hochschulen. Projektbericht HIS eG, Dezember 2003.

Erläuterungen zu besonderen Selektionsparametern

Feld Art des Studienbeginns

In einigen Funktionen wird im Feld Art des Studienbeginns eine Auswahl angeboten:

  • durch den Einschreibstatus (Erst- bzw. Neueinschreiber)
  • über das erste Fach- bzw. Hochschulsemester

Die Kohorten sind in der Regel nicht ganz deckungsgleich. Standardmäßig ist 1. Fachsemester vorgegeben, denn

  • "Neueinschreiber" (=Wechsler) werden nur beim ersten Semester an der jew. Hochschule als "Neueinschreiber" verbucht. Wenn sie an der gleichen Hochschule bereits im Vorsemester eingeschrieben waren, werden sie im System aber als Rückmelder verbucht, d.h. der Status Neueinschreibung wird oft nicht gesetzt. So gibt es auch kein Einschreibdatum sondern nur ein Rückmeldedatum.
  • Wechsler, die ein Studium durch Anerkennung von Leistungen beginnen, werden in ein höheres Fachsemester eingestuft. Diese sollten in die "normale" Kohorte nicht aufgenommen werden (Einzelne Hochschulen handhaben dies jedoch anders und erhalten daher hier die Auswahlmöglichkeit.).

Feld Filter Studienbeginn

Es gibt ein zusätzliches Feld Filter Studienbeginn, mit dem Sie die Kohorte weiter einschränken können und flexible Filter setzen können.

So ist z. B. der Filter ohne bei Studienbeginn exmatrikulierte mit der Komponente Studienerfolg 0.6 bzw. HISinOne 5.0 auswertbar und nur bei Art des Studienbeginns=1. FS oder 1. HS nutzbar. Es wertet den Status des/der Studierenden aus: wenn ein Studierender/eine Studierende sich nach dem Studienbeginn direkt exmatrikuliert, kann er/sie von der Studienverlaufsbetrachtung entfernt werden.

Hintergrund ist, dass es "Nomaden" gibt, die nur kurz immatrikuliert sind und die Schwundquoten unnötig in die Höhe treiben. In Kombination mit der stichtagsbezogenen Auswertung "amtl. Statistik Land" kann man so z.B. festlegen, dass nur Studierende, die bis nach dem Stichtag immatrikuliert waren, in die Studienverlaufsberechnung eingehen sollen.

Erläuterungen zu wiederkehrenden Spalten im Ergebnisbericht

  • (Studien-)Abschluss
    Die Abschlüsse werden als Sichten implementiert. Die Sichten sind:
    • "Abschlüsse (intern)": eine einfache Liste der internen Hochschul-Abschlüsse
    • "Abschlüsse (amtlich)": eine Liste der internen Hochschul-Abschlüsse und eine Hierarchieebene höher die jeweiligen amtlichen Abschlüsse
    • "Abschlüsse (gruppiert)": eine Liste der internen Hochschul-Abschlüsse und eine Hierarchieebene höher ein paar sinnvolle Gruppierungsebenen (Diplom, LA Sek. II etc).